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Korrosive Umgebungen und Aktivkohle

Der wirksamste Korrosionsschutz ist der, bei dem das korrosive Agens das Bauwerk gar nicht erst erreicht. Schwefelwasserstoff, Schwefeldioxid, Stickoxide, Chlor oder Ammoniak in der Luft korrodieren Kontakte, Verbindungen und Leiterplatten elektronischer Geräte, lange bevor ein Fehler sichtbar wird – und Schwefelwasserstoff in der Kanalisation zerstört Beton. Imprägnierte Aktivkohle entfernt diese Stoffe an der Quelle aus der Luft.

Korrosivität der Umgebung für Elektronik und Leitsysteme

Die Norm ANSI/ISA-71.04 klassifiziert die Korrosivität einer Umgebung in vier Schweregrade nach der Dicke der Korrosionsprodukte, die innerhalb von 30 Tagen auf einem Kupfer- und einem Silber-Coupon aufwachsen:

Schweregrad

Kupfer

Silber

G1 – mild

< 300 Å / 30 Tage

< 200 Å / 30 Tage

G2 – moderat

< 1 000 Å / 30 Tage

< 1 000 Å / 30 Tage

G3 – hart

< 2 000 Å / 30 Tage

< 2 000 Å / 30 Tage

GX – schwer

> 2 000 Å / 30 Tage

> 2 000 Å / 30 Tage

Räume mit Leitsystemen, Schaltanlagen und Servern sollen den Schweregrad G1 einhalten. Der Silber-Coupon ist empfindlich gegenüber Chlor und weniger feuchteabhängig als Kupfer – die Korrosionsrate von Silber hat sich als zuverlässigerer Indikator für Hardwareausfälle erwiesen. Das Vorgehen ist einfach: Der Coupon wird 30 Tage im Raum ausgehängt, ein Labor bestimmt Dicke und Zusammensetzung der Korrosionsschicht, und nach dem Ergebnis wird die Gasphasenfiltration ausgelegt.

Typische Betriebe: Leitwarten und Umspannwerke, Serverräume und Rechenzentren, Kläranlagen, Papier- und Zellstofffabriken, Raffinerien und Chemieanlagen, Bergwerke, Galvanikbetriebe, Ersatzteillager für Elektronik.

Biogene Schwefelsäurekorrosion von Beton

In Kanalisationen, Pumpwerken und Kläranlagen entsteht aus dem Abwasser Schwefelwasserstoff. Oberhalb des Wasserspiegels wird er in feuchter Umgebung bakteriell zu Schwefelsäure oxidiert, die den Zementstein zersetzt und die Bewehrung freilegt. Die Schäden an Kanalnetzen gehen weltweit in die Milliarden. Die Filtration der Abluft über imprägnierte Aktivkohle entfernt Schwefelwasserstoff an der Quelle – und schützt so nicht nur die Umgebung vor Geruch, sondern auch das Beton- und Stahlbauwerk selbst.

So funktioniert es

Klassische Aktivkohle bindet organische Stoffe durch physikalische Adsorption. Saure und reaktive Gase – Schwefelwasserstoff, Schwefeldioxid, Chlor, Ammoniak – erfordern imprägnierte Aktivkohle, auf die ein Imprägniermittel aufgebracht ist, das mit dem zu entfernenden Stoff reagiert (Chemisorption). Dadurch steigen Abscheideleistung und Beladungskapazität bis zur Erschöpfung deutlich an.

  • saure Gase (H₂S, SO₂, HCN) – alkalisch imprägnierte Aktivkohle
  • Ammoniak und Amine – sauer imprägnierte Aktivkohle
  • Gemische oxidierbarer Gase – oxidative Imprägnierung
  • organische Stoffe und Gerüche – nicht imprägnierte Aktivkohle-Pellets

Beladene Aktivkohle holen wir ab, reaktivieren sie und liefern sie zurück. Wir verfügen über eine Genehmigung für den Umgang mit beladener Aktivkohle als gefährlichem Abfall (Abfallschlüssel 15 02 02).

Leistungen

  • Organisation der Bewertung der Umgebungskorrosivität nach der Coupon-Methode
  • Auslegung von Aktivkohletyp und -menge für die Gasphasenfiltration
  • Lieferung imprägnierter und pelletierter Aktivkohle
  • Austausch der Filterfüllungen beim Kunden
  • Reaktivierung beladener Aktivkohle

Schreiben Sie uns bitte – wir schlagen Ihnen eine Lösung vor.

Export nach ganz Europa

Vertrieb von Kohlenstoffmaterialien in ganz Europa

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